{"id":798,"date":"2021-01-19T13:42:11","date_gmt":"2021-01-19T12:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/?page_id=798"},"modified":"2021-01-19T14:01:57","modified_gmt":"2021-01-19T13:01:57","slug":"letzte-abenteuer-von-kasia-aus-polen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/letzte-abenteuer-von-kasia-aus-polen\/","title":{"rendered":"Letzte Abenteuer von Kasia aus Polen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kasia-576x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-663\" srcset=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kasia-576x1024.jpg 576w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kasia-169x300.jpg 169w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/kasia.jpg 619w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kasia war 2017\/18 mit uns f\u00fcr ihren freiwilligen Friedensdienst in Aachen und hat mit Menschen mit Behinderung in Vinzenz-Heim Aachen gearbeitet. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider ist das unser letztes Treffen, aber ich verspreche, dass ich versuche, euch nicht zu langweilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Wende von Januar und Februar hatte ich die Gelegenheit an dem Aachener Karneval teilzunehmen. Der Karneval ist hier in diesen Teilen Deutschlands ganz anders als in Polen. Die letzte Phase vor dem Fasten ist &#8222;eine gro\u00dfe Party&#8220;. Hin und wieder gab es welches Feiern, auf den die Leute feierten bis zu Ende ihrer Kr\u00e4fte. Ich sah noch nie eine so integrierte Gruppe von Menschen, wie die dort. Jeder war freundlich und integriert, als ob es nicht die Deutschen gewesen w\u00e4ren hahaha. Am Ende Januar fuhr ich zusammen mit meinen Bewohnern und Kollegen zum Geburtstag meines Chefs, unter einem gro\u00dfen Zelt in eine nahe gelegene Stadt. Dort sangen die Leute k\u00f6lsche Lieder, die ich nicht verstehen konnte. Ich versuchte, diesen Dialekt ein wenig zu verstehen, aber es gelingt mir noch nicht. Der Spa\u00df war gro\u00dfartig. Es war mein erstes echtes Mal, wann ich mit einem Menschen, der im Rollstuhl sitzt, tanzte. Schlie\u00dflich war ich ersch\u00f6pft, aber das war es wert. Es ist ein tolles Gef\u00fchl, wenn man ein L\u00e4cheln auf jemandes Gesicht bringen kann, etwas so Kleines. Sich geben ein bisschen M\u00fche, um Motivation und Energie f\u00fcr das Leben zu bekommen. Man muss zu bestimmten Dingen heranwachsen, um sie zu verstehen und ich denke jetzt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Aachen wohne ich auch mit Piotr (der zweite Freiwilliger aus Polen) also gingen wir gemeinsam auf die Parade. Ich hatte einen Dienst in der Arbeit, deshalb begleitete ich meine Bewohner dorthin. Ich h\u00e4tte nie erwartet, dass ich an einem Tag so viele S\u00fc\u00dfigkeiten bekommen w\u00fcrde. Umso mehr, dass jemand sie auf mich werfen w\u00fcrde!!! \ud83d\ude0a Erstaunlich. Au\u00dferdem sah f\u00fcr mich die ganze Stadt aus, als sie in einem Film mit Kost\u00fcmen gespielt h\u00e4tte. Fast jeder war verkleidet. Jeder feierte, integriert sich mit anderen oder zumindest nicht st\u00f6rte. Ich erwartete solche Sachen in einem so ernsten und steifen Land und dazu mit eisernen Regeln, nie! Vielleicht vergisst es das f\u00fcr ein paar Tage jedes Jahr?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt warte ich auf den Tag der Abschiedsparty. Ich beginne die Vorbereitungen daf\u00fcr n\u00e4chste Woche. Wie immer habe ich Bedenken, ob ich alles p\u00fcnktlich mache. &nbsp;Es ist gut, dass ich es zusammen mit Piotr organisiere, zwei K\u00f6pfe ist nicht einer. Es passiert alles so schnell. Vor kurzem gab es Weihnachten, gefolgt von Ostern. Ein paar Reisen nach Polen und schon ist der August. Ich wache jetzt auf, wie aus einem sch\u00f6nen Traum. Ich muss langsam packen. Es ist schon die Zeit, sich zu verabschieden und die Zeit auf Tr\u00e4nen. Die Zeit kommt nicht zur\u00fcck, damit wir das letzte Jahr wieder h\u00e4tten wiederholen k\u00f6nnen. Gleich werde ich einen Zug einsteigen und gehen. Das ist schon das ENDE. Ich bin kein kleines, armes M\u00e4dchen mehr, das Angst vor dem Leben hat. Ich bin reifer, h\u00e4rter und schwerer zu brechen. Ich kann mit Problemen und Konflikten umgehen und ich wei\u00df wie in schwierigen Situationen reagieren. Trennung und Einsamkeit haben mich st\u00e4rker gemacht. Jedes nachfolgende Hindernis scheint kleiner und leichter zu \u00fcberwinden. Ich hinterlasse nun noch ein paar Fragen. Komme ich irgendwann noch hier zur\u00fcck? Vergisst mich Aachen schnell? Kommt es auf mich an? Kann ich welchen Einfluss darauf haben? Ich wei\u00df es aber eine Sache schon, diese Stadt wird immer in meinem Herzen bleiben und es \u00e4nderte sich nie! Ich m\u00f6chte aber nur nicht wissen, wie es weh tut, Aachen zu verlassen\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kasia war 2017\/18 mit uns f\u00fcr ihren freiwilligen Friedensdienst in Aachen und hat mit Menschen mit Behinderung in Vinzenz-Heim Aachen gearbeitet. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen. Leider ist das unser letztes Treffen, aber ich verspreche, dass ich versuche, euch nicht zu langweilen. 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