{"id":344,"date":"2019-09-30T10:30:08","date_gmt":"2019-09-30T09:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/?p=344"},"modified":"2020-04-03T11:02:01","modified_gmt":"2020-04-03T10:02:01","slug":"zentrum-fuer-dialog-in-gebet-in-oswiecim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/zentrum-fuer-dialog-in-gebet-in-oswiecim\/","title":{"rendered":"Zentrum f\u00fcr Dialog in Gebet in O\u015bwi\u0119cim"},"content":{"rendered":"<p><strong>Czes\u0301c\u0301! Von Isabell<\/strong><\/p>\n<p><em>Isabell war 2017\/18 mit uns f\u00fcr ihren freiwilligen Friedensdienst in Oswiecim und hat im Zentrum f\u00fcr Dialog und Gebet gearbeitet. Hier berichtet sie von ihren Erlebnissen.&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>Woran merkt man in Oswiecim, dass es Fr\u00fchling wird? Als normale B\u00fcrgerin der Stadt vermutlich daran, dass die Temperaturen den Minusbereich verlassen, es nicht mehr schon um 5 stockdunkel ist und sogar der letzte blinkende Tannenbaum aus dem Stadtbild verschwinden musste. Als Freiwillige zus\u00e4tzlich durch eine Mail, die daran erinnert, dass seit dem letzten Rundbrief, den man im Januar geschrieben hat, schon wieder 3 Monate vergangen sind.<\/p>\n<p>Drei Monate in denen hier etwas mehr passiert ist, als nur eine \u00c4nderung der Temperaturen und der Jahreszeit.<\/p>\n<p>Deshalb jetzt erst einmal einen Sprung zur\u00fcck in den Winter, in dem der letzte Newsletter geendet hat, zum 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-345\" src=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/1-4.png\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"596\" srcset=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/1-4.png 448w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/1-4-226x300.png 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/p>\n<p>Schon Tage davor herrschte daf\u00fcr im Zentrum f\u00fcr Dialog und Gebet der Ausnahmezustand, da dieses f\u00fcr die Ausrichtung der Feierlichkeiten mit dem staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau kooperiert. Viele Teilnehmende, darunter auch viele \u00dcberlebende, haben daher im Zentrum \u00fcbernachtet, auch fanden dort im Vorfeld einige Treffen und Interviews statt, f\u00fcr die Journalist*innen aus allen Teilen der Welt, unter anderem aus den USA und China, angereist kamen.<\/p>\n<p>Die Feier selber am 27. Januar bestand aus zwei offiziellen Teilen: einem im Stammlager am Mittag und einem in Auschwitz-Birkenau am Abend, an dem ich teilnehmen durfte. Im Geb\u00e4ude der ehemaligen sogenannten \u201eZentralen Sauna\u201c in Birkenau, das fr\u00fcher zur Selektion und Registrierung von H\u00e4ftlingen vor der Aufnahme in das Lager gedient hatte, wurden dazu verschiedene Reden gehalten, unter anderem vom polnischen Premierminister, der israelischen Botschafterin und dem russischen Botschafter.<\/p>\n<p>Besonders beeindruckt haben mich aber dabei die Reden von zwei ehemaligen H\u00e4ftlingen, Maria H\u00f6rl und Bronis\u0142awa Karakulska (geb. Horowitz, sie war eines der Kinder auf Schindlers Liste) und dem Direktor des staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau, Dr. Piotr M.A. Cywi\u0144ski, in der er auf sehr intensive Weise darauf eingegangen ist, wie wenig die Menschheit heute anscheinend aus Auschwitz und der Geschichte gelernt hat (Unter dieser Adresse <a href=\"http:\/\/auschwitz.org\/en\/museum\/news\/73rd-anniversary-of-the-liberation-of-the-german-nazi-auschwitz-camp,1294.html\">http:\/\/auschwitz.org\/en\/museum\/news\/73rd-anniversary-of-the-liberation-of-the-german-nazi-auschwitz-camp,1294.html<\/a> hat das Museum die komplette englische Version seiner Rede zum Nachlesen ver\u00f6ffentlicht. Dort gibt es auch ein Video, in dem man sich alle an dem Abend gehaltenen Reden anh\u00f6ren und anschauen kann).<\/p>\n<p>Mit Frau H\u00f6rl konnte ich mich nach dem offiziellen Teil der Feierlichkeiten, beim Abendessen im Zentrum f\u00fcr Dialog und Gebet sogar noch etwas unterhalten, wobei sie sehr nett und mit viel Energie gesprochen nochmal betont hat, wie wichtig es ihr war, ihre Geschichte zu teilen, zumindest so wie ich sie mit meinem Polnisch verstanden habe. Das war nat\u00fcrlich ein ganz besonderes Gespr\u00e4ch f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Nach den Reden folgte ein gemeinsames Gebet von Repr\u00e4sentant*innen des Judentums, der evangelischen, orthodoxen und katholischen christlichen Kirche vor dem zentralen Denkmal f\u00fcr die Opfer von Auschwitz und Birkenau. Den Abschluss der Gedenkfeier bildete schlie\u00dflich das Aufstellen von Kerzen ebendort, so dass am Ende ein Lichtermeer in der nebeligen Nacht entstand, was ein sehr ergreifendes Bild war.<\/p>\n<p>Danach, als wieder etwas Entspannung auf der Arbeit eingekehrt war, stand im Grunde auch schon das Zwischenseminar von pax christi in Berlin an. Ich habe die Gelegenheit genutzt und vorher Hanna und Johannes in Kreisau besucht, das f\u00fcr mich im Grunde auf der Wegstrecke lag. Von dort aus sind wir einen Tag nach Breslau gefahren und die beiden waren so nett, mir die wirklich sehr sch\u00f6ne Stadt mit allen Sehensw\u00fcrdigkeiten und besonderen Ecken zu zeigen. Viel besser, als jeder Touriguide es je hinbekommen h\u00e4tte!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-346\" src=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/photo_2019-09-30_11-27-14-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/photo_2019-09-30_11-27-14-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/photo_2019-09-30_11-27-14-300x225.jpg 300w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/photo_2019-09-30_11-27-14-768x576.jpg 768w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/photo_2019-09-30_11-27-14-120x90.jpg 120w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/photo_2019-09-30_11-27-14.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Das Seminar in Berlin war eine wirklich tolle Woche und hat mir einige neue Denkanst\u00f6\u00dfe beschert, wobei es nat\u00fcrlich am besten war, alle anderen wieder zu treffen, mehr \u00fcber ihre Einsatzstellen und Gastl\u00e4nder zu h\u00f6ren und nat\u00fcrlich auch zu erfahren, wie es ihnen dabei geht und sich \u00fcber die Erfahrungen im Dienst auszutauschen. Ich denke, ich kann ehrlich sagen, dass es dort kein einziges Gespr\u00e4ch gab, bei dem ich mich in irgendeiner Form gelangweilt habe.<\/p>\n<p>Wieder in Oswiecim und zur\u00fcck im Arbeitsalltag durfte ich neben der \u00fcblichen Arbeit von Programmplanung und Gruppenbetreuung ein Projekt f\u00fcr die Bildungsabteilung des Zentrums f\u00fcr Dialog und Gebet \u00fcbernehmen, in dem es um das ehemalige Interessengebiet Auschwitz und in diesem noch stehende, authentische aber nahezu nicht bekannte Geb\u00e4ude geht. Dazu geh\u00f6ren unter anderem das ehemalige SS-Stabsgeb\u00e4ude, das heute eine Hochschule ist, oder die \u201eSchutzhaftlagererweiterung\u201c, eine, wie der Name sagt, 1942 gebaute Erweiterung zum Stammlager Auschwitz I, die heute ganz normale Wohnungen beherbergt. Dazu stelle ich nun Informationen zusammen, um diese f\u00fcr Besucher*innen des Zentrums in Form von einer F\u00fchrung oder Brosch\u00fcre zug\u00e4nglich zu machen. Dabei habe ich viele Sachen entdeckt die ich, obwohl ich jetzt schon \u00fcber ein halbes Jahr in Oswiecim lebe, noch nicht \u00fcber die Umgebung hier wusste, weshalb die Recherche dazu sehr interessant f\u00fcr mich ist. Auch verdeutlicht sie nochmal, wie umfassend, bis ins Detail geplant und dabei trotzdem gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig die Pl\u00e4ne der Nationalsozialisten f\u00fcr \u201eAuschwitz\u201c waren.<\/p>\n<p>Zudem habe ich hier immer wieder die M\u00f6glichkeit, Veranstaltungen zu besuchen, die \u00fcber den eigentlichen Rahmen meiner Arbeit als Freiwillige in Oswiecim hinausgehen. So konnte ich am \u201eKulturpolitischen Salon\u201d des deutschen Generalkonsulates in Krakau teilnehmen, der in ebendiesem regelm\u00e4\u00dfig zu unterschiedlichen Themen stattfindet. Dieses Mal stand er unter dem Titel &#8222;Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit\u201c, zu dem Autor*innen aus Polen, Deutschland und Syrien Texte vorlasen und diskutierten. Dies war nicht nur aufgrund der interessanten Beitr\u00e4ge und Pers\u00f6nlichkeiten, die anwesend waren, etwas Besonderes, sondern mich hat allein schon die Tatsache an sich sehr beeindruckt, dass solche Treffen, bei denen ein Dialog auf intellektueller Ebene zwischen Deutschen und Polen im Zentrum steht und alle sich als gleichrangige Partner \u00fcber Kunst, Kultur und Politik austauschen, m\u00f6glich sind. Zwar klingt das erst einmal wie etwas, das selbstverst\u00e4ndlich sein sollte, allerdings hat die Geschichte oft genug gezeigt, dass es das nicht ist &#8211; vor weniger als 80 Jahren wurde von den Nationalsozialisten noch auf brutale Weise versucht, die polnische Kultur auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p>In der Woche vor Ostern ging es dann f\u00fcr das mid-term Seminar der EU nach Torun, eine sehr charmante ehemalige Hansestadt mit vielen Backsteinh\u00e4usern und f\u00fcr ihren Lebkuchen in ganz Polen bekannt.<\/p>\n<p>Das Seminar bat zum einen inhaltlich guten Input und die M\u00f6glichkeit, Torun und dessen Sehensw\u00fcrdigkeiten und Museen zu erkunden, zum anderen war es nat\u00fcrlich wieder eine tolle Chance, andere Freiwillige von \u00fcberall kennenzulernen. Wir haben dabei wirklich sch\u00f6ne Abende zusammen verbracht und schon verschiedene Reisen geplant, um einander zu besuchen und noch etwas mehr von Polen zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe ich dort meine Mitfreiwillige Hanna wieder getroffen und wir sind nach Ende des Seminars erst einmal zusammen nach Oswiecim gefahren. Das war sehr sch\u00f6n, denn so konnte ich den Ostersonntag zusammen mit Hanna in Krakau verbringen, und abgesehen davon war es sowieso sehr nett, sie \u00fcber das Wochenenden zu Besuch zu haben.<\/p>\n<p>Zwar musste ich nach Hannas Abreise am Ostermontag arbeiten, allerdings brachte meine Kollegin ein f\u00fcr Polen typisches Osteressen mit. Babka, einen traditionell an Ostern servierter Kuchen, den ich nur weiterempfehlen kann.<\/p>\n<p>Und ich wurde Opfer eines weiteren langj\u00e4hrigen polnischen Brauches, dem Smigus Dyngus, der, zumindest nach der Erkl\u00e4rung, die ich bekommen habe, wohl auf die Ankunft des Christentums in Polen 966 zur\u00fcckgeht, da dort der damalige polnische Herrscher Mieszko I. am Ostermontag getauft wurde. Und da zu einer Taufe Wasser geh\u00f6rt, soll es angeblich Gl\u00fcck bringen, sich am Ostermontag gegenseitig mit Wasser abzuspritzen. Falls daran etwas dran sein sollte, haben meine Arbeitskolleg*innen jedenfalls ausreichend daf\u00fcr gesorgt, dass ich im folgenden Jahr sehr viel Gl\u00fcck haben werde.<\/p>\n<p>Mit dem Fr\u00fchling, der im April mittlerweile endlich in O\u015bwi\u0119cim angekommen ist, kamen und kommen jetzt auch viele Gruppen in das CDiM, sodass ich viel mit F\u00fchrungen in der Stadt, Synagoge und Treffen zu Gespr\u00e4chen mit Gruppen zu tun habe, was mir aber nach wie vor sehr gut gef\u00e4llt und auch immer wieder interessant ist. Besonders gefreut hat mich der Aufenthalt einer Gruppe einer berufsbildend Schule aus Barcelona, die zum ersten Mal in Oswiecim und dem CDiM zu Gast war und bei der es meine Aufgabe war, mich um das gesamte Programm zu k\u00fcmmern. Ich war vorher dementsprechend etwas nerv\u00f6s, was sich aber sofort gelegt hat, sobald die Gruppe vor Ort war, da die begleitende Lehrkr\u00e4fte sehr viel Energie und Motivation mitbrachten und man sofort merken konnte, dass es ihnen wirklich wichtig war, ihren Sch\u00fcler*innen die Reise nach Oswiecim zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Eine andere Gruppe, von der ich noch etwas schreiben m\u00f6chte, war nur f\u00fcr einen Tag da, und ich habe sie zum Gespr\u00e4ch getroffen. Ihre Teilnehmenden waren Sch\u00fcler*innen der Carl Strehl Schule, der Deutschen Blinden Schulanstalt, die ich deshalb erw\u00e4hne, weil mich die Reflexion und Unterhaltung mit ihnen sehr beeindruckt hat. Obwohl einige von ihnen komplett blind waren und bei ihrem Besuch im Museum also nichts sehen konnten, hatte man bei dem Gespr\u00e4ch n\u00e4mlich das Gef\u00fchl, dass sie eine sehr tiefe Wahrnehmung von dem Ort hatten, weshalb es sehr bereichernd war, ihre Gedanken dazu zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Am 12. April stand dann mit dem israelischen Holocaust &#8211; Gedenktag Yom Hashoa der Marsch der Lebenden an, der dieses Jahr seit 30 Jahren in Oswiecim stattfindet. Im Zuge dieses Gedenkmarsches vom Lager Auschwitz I zum Lager Auschwitz II Birkenau kommen vor allem junge Juden*J\u00fcdinnen aus aller Welt, aber auch Auschwitz &#8211; \u00dcberlebende und Nicht-Juden*J\u00fcdinnen, die Solidarit\u00e4t zeigen wollen, hierher, um den Opfern des Holocausts zu gedenken und die Erinnerung an diesen Tag wach zu halten. Da dieses Jahr sowohl das 30-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Marsches als auch das 70-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Existenz des Staates Israel anstanden, waren unter den Teilnehmenden auch die Pr\u00e4sidenten Polens und Israels.<\/p>\n<p>Ich hatte die M\u00f6glichkeit, gemeinsam mit anderen Freiwilligen daran teilzunehmen, was ein sehr beeindruckendes Erlebnis war. Mit 10.000 Menschen ging es etwa 3 km vom Stammlager nach Birkenau, wo \u00fcber Lautsprecher die Namen von in Birkenau Ermordeten verlesen wurden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem hatten viele Teilnehmende beschriebene Holzschilder dabei, die sie dort in die Gleise, die zu der ehemaligen \u201ealten Judenrampe\u201c f\u00fchren, steckten. Darauf standen oft allgemeine Erkl\u00e4rungen, die 6 Millionen ermordeten nicht zu vergessen. Andere hatte aber auch Namen darauf stehen, wie eine junge Amerikanerin, mit der ich mich kurz unterhalten konnte. Sie erz\u00e4hlte mir,&nbsp; dass sie ihr Schild f\u00fcr Ihre Gro\u00dfmutter Heidi nach Birkenau bringen will, die wie sie sagte \u201est\u00e4rkste Frau, die sie kennt\u201c, die w\u00e4hrend des Krieges aus Berlin von den Nazis nach Birkenau deportiert worden war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-347\" src=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2-4.png\" alt=\"\" width=\"452\" height=\"599\" srcset=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2-4.png 452w, https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/2-4-226x300.png 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/p>\n<p>Danach folgte dort ein offizieller Teil auf einer B\u00fchne, die vor dem zentralen Denkmal in Birkenau, zwischen den ehemaligen Krematorien, aufgebaut worden war.<\/p>\n<p>Es sprachen unter anderem die Pr\u00e4sidenten, der Auschwitz-\u00dcberlebende Edward Mosberg, und der Mitbegr\u00fcnder und Vorsitzender des Marsches der Lebenden Dr. Shmuel Rosenman. Dabei ging es nat\u00fcrlich darum, die Opfer zu Ehren und die Erinnerung an sie wach zu halten, leider aber auch nicht zuletzt um den heute in Europa immer noch vorhandenen und sogar wieder zunehmenden Antisemitismus, der nicht einfach mit der Befreiung von Auschwitz und dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschwunden ist.<\/p>\n<p>Zwischen den Reden gab es zudem Darbietungen verschiedener j\u00fcdischer K\u00fcnstler*innen aus der ganzen Welt.<\/p>\n<p>Den Abschluss in Birkenau bildete schlie\u00dflich das Entz\u00fcnden von 7 Fackeln, 6 f\u00fcr die 6 Millionen Opfer und eine f\u00fcr den Staat Israel anl\u00e4sslich dessen 70-j\u00e4hrigen Bestehens und das gemeinsame Beten des Kaddisch, des j\u00fcdischen Totengebetes.<\/p>\n<p>Seit dem 27. April haben wir jetzt au\u00dferdem eine neue Ausstellung mit dem Titel: \u201cVerschwundene Welt. J\u00fcdisches Leben in Osteuropa vor der Katastrophe 1939\u201c im CDiM, die von der Friedensbibliothek und dem Antikriegsmuseum Berlin konzipiert worden ist. Dabei konnte ich zum einen bei der Vorbereitung als auch beim Aufbau mithelfen, so habe ich im Vorfeld Flyer erstellt und Texte f\u00fcr unsere Website dar\u00fcber verfasst und \u00fcbersetzt. Einen Morgen lang habe ich gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Friedensbibliothek alles im Zentrum zusammengesetzt und aufgestellt. Da die Ausstellung, die vor allem auf Fotographien von Roman Vishniac basiert, der 1935 bis 1939 Osteuropa bereiste und j\u00fcdisches Leben dort in St\u00e4dten wie Krakau, Warschau oder Lemberg auch den Shtetl genannten D\u00f6rfern festhielt, das mit der Shoa unwiederbringlich ausgel\u00f6scht wurde, meiner Meinung nach sehr sehenswert ist, war es wirklich sch\u00f6n ein bisschen dazu beitragen zu k\u00f6nnen, dass sie jetzt im CDiM steht.<\/p>\n<p>Da hier, mit Ende April, auch die letzten drei Monate enden, bleibt mir nur eins zu schreiben:<\/p>\n<p>Wenn die Arbeit hier im Zentrum in den mittlerweile letzten 8 Monaten, eines immer wieder gezeigt hat, dann, dass wir als Menschen alleine nur sehr wenig erreichen k\u00f6nnen, egal ob es um eine Bildungsfahrt, eine Ausstellung, einen Freiwilligendienst oder, auf lange Sicht, die vern\u00fcnftige Bew\u00e4ltigung der Vergangenheit, die Verst\u00e4ndigung zwischen V\u00f6lkern und letztendlich Frieden in der Welt geht. Nur wenn wir uns zusammen tun, k\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich Dinge erreichen die gr\u00f6\u00dfer, manchmal auch viel gr\u00f6\u00dfer sind als wir selbst.<\/p>\n<h3>Hast du auch Lust einen Freiwilligendienst in O\u015bwi\u0119cim zu machen? Dann <a href=\"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/?page_id=15\">bewirb<\/a>&nbsp;dich bei uns!<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Czes\u0301c\u0301! Von Isabell Isabell war 2017\/18 mit uns f\u00fcr ihren freiwilligen Friedensdienst in Oswiecim und hat im Zentrum f\u00fcr Dialog und Gebet gearbeitet. Hier berichtet sie von ihren Erlebnissen.&nbsp; Woran merkt man in Oswiecim, dass es Fr\u00fchling wird? Als normale B\u00fcrgerin der Stadt vermutlich daran, dass die Temperaturen den Minusbereich verlassen, es nicht mehr schon&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[16,5,17,18,15,19],"class_list":["post-344","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erfahrungsberichte","tag-2017-18","tag-erfahrungsbericht","tag-oswiecim","tag-polen","tag-versoehnungsarbeit","tag-zentrum-fuer-dialog-und-gebet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":624,"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344\/revisions\/624"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pax-friedensdienste.de\/wordpress_d\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}