Friedensdienst in Ecuador/Guayaquil

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EcuadorKinder- und Jugendarbeitspanischab 2022 frei

Friedensdienst bei ADES in Guayaquil

In Guayaquil arbeitest du bei ADES, einer ecuadorianischen Nicht-Regierungsorganisation, die seit mehr als 20 Jahren in städtischen Armenvierteln Projekte mit Kindern, Jugendlichen und alten Menschen anbietet.

Ein Schwerpunkt dabei ist die Modellschule „Generation Neues Jahrtausend“, die bei der Inklusion von Schüler*innen mit Behinderungen eine Vorreiterrolle spielt.

Als Freiwillige*r wirst du schwerpunktmäßig an dieser Schule mitarbeiten, aber du kannst auch andere Projekte von ADES (z.B. Ernährung, Drogenprävention) kennen lernen. An der Schule wirst du die Lehrer*innen unterstützen, kannst aber auch – je nach deiner Neigung – kleine AGs mit Sport, Theater oder Musik an den Nachmittagen oder in den Schulferien anbieten.

Du wohnst in einer Gastfamilie in der Nähe des Stadtzentrums. Es besteht auch die Möglichkeit, an einer privaten Universität Kurse zu belegen und junge Ecuadorianer*innen kennen zu lernen.

Du solltest mitbringen

  • Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Anpassungsfähigkeit an fremde Kulturen
  • Fähigkeit zu eigenständigem Arbeiten
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Grundkenntnisse der spanischen Sprache bzw. Bereitschaft, diese vor der Ausreise zu erwerben (im Land gibt es einen dreiwöchigen Ergänzungskurs)
  • Belastbarkeit

Land und Leute

Das südamerikanische Land Ecuador vereinigt auf seiner relativ kleinen Fläche eine einzigartige Vielfalt von Kulturen und Landschaften: tropischer Regenwald im östlichen Tiefland, Vulkane und Berg-Regenwald in den Anden, Obstplantagen und Strände an der Küste sowie die einmalige Tier- und Pflanzenwelt der Galapagosinseln.

An der Mündung des Río Guayas in den Pazifik liegt die größte Stadt Ecuadors: Guayaquil – Hafenstadt und Handelszentrum. Um die Industriegebiete im Norden der Stadt haben sich Armenviertel unterschiedlichen Alters entwickelt. In mehreren dieser Viertel befinden sich die Projekte der Stiftung ADES. Sie bieten die Möglichkeit, die unterschiedlichen Phasen der Urbanisierung einer südamerikanischen Großstadt zu erleben und dabei zu erfahren, wie die Menschen versuchen, mit Herausforderungen umzugehen. Die Gesellschaft in Ecuador und insbesondere in der Hafenstadt Guayaquil ist durch hohe soziale Ungleichheit geprägt. Die Marginalisierung großer Teile der Bevölkerung wird auch geographisch deutlich, da sich die ärmere Bevölkerung in den städtischen Randvierteln, die ungeplant und zunächst ohne Infrastruktur entstehen und teilweise schon die Stadtgrenzen überschritten haben.

Tätigkeit Partnerorganisation

In Guayaquil bietet ADES, eine ecuadorianischen Nichtregierungsorganisation, seit mehr als 20 Jahren in städtischen Armenvierteln Projekte mit Kindern, Jugendlichen und alten Menschen an. Seit 2005 wirkt die Schule „Generación Nuevo Milenio“ im städtischen Randviertel Bastión Popular zwei Formen von Gewalt entgegen.

Strukturelle Gewalt, die Jugendlichen aus Randvierteln zu Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert,  wird durch ein Projekt qualifizierter Bildung bekämpft. Die Schule bietet einen Mittelschul-Schulabschluss auf einem Niveau, das auch den Besuch einer weiterführenden Schule und den Erwerb des Abiturs ermöglicht. Vor der Corona-Pandemie war sogar schon geplant, am gleichen Ort ein „technisches Abitur“ (vergleichbar mit unserem Berufsschulabschluss) anzubieten.

Ein besonderer Aspekt ist die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in den Schulbetrieb, sowohl durch gemeinsames Lernen im Klassenverband als auch durch Einzelförderung.

Auf der anderen Seite gibt es in Randvierteln gewaltbereite Jugendbanden, die ihre gesellschaftliche Exkusion durch Drogenkonsum und Kleinkriminalität kompensieren. Um dem entgegenzuwirken, bietet ADES für Jugendliche aus der Schule und dem ganzen Stadtviertel ein Drogenpräventionsprogramm, das die Beschaffungskriminalität senkt.

Die Elternarbeit beinhaltet neben den schulischen Fragen auch die Einübung eines neuen Erziehungsstils, der innerfamiliäre Gewalt mindert bzw. verhindert. Eine Mutter sagte bei einem Treffen: „Hier habe ich gelernt, dass man Kinder auch ohne Schläge erziehen kann.“

Warum ein Friedensdienst in Guayaquil wichtig ist:

Die Verdrängung der Menschen aus marginalisierten Gruppen an den Stadtrand führt dazu, dass sich weder die Stadtverwaltung Guayaquils, noch die Verwaltung des nächsten Kantons für diese Menschen zuständig fühlt.

Dies ist zum einen schon ein Merkmal struktureller Gewalt, zum anderen führt sie auch zu Gewaltausbrüchen innerhalb der Gesellschaft (hohe Kriminalität, soziale Unruhen). Zum anderen herrscht insbesondere in der Erziehung de „Mythos der erlösenden Gewalt“. „La correa“, der Gürtel, mit dem Kinder geschlagen werden, ist eine häufige erzieherische Maßnahme. Diese Gewalt herrscht in vielen Familien, sodass auch Frauen von ihren Ehemännern geschlagen werden, die dann wiederum ihre Kinder schlagen.

·         Strukturelle Ungerechtigkeit erleben und anprangern: Schlechterstellung marginalisierter Gruppen

·         Gewaltfrei Handeln in der Erziehung

·         Menschenrechte: Einsatz für Inklusion


Die Besetzung dieser Stelle steht unter dem Vorbehalt der Fortsetzung der Fördermittelbewilligung durch das „weltwärts“ Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Hast du Lust einen Freiwilligendienst bei ADES zu machen? Hier findest du alle Infos zur Bewerbung.

Wenn du noch mehr über das Leben und Arbeiten in Ecuador erfahren möchtest, kommst du hier zu den Erfahrungsberichten von ehemaligen Freiwilligen.