Caritas in Stettin

30. September 2019 0 Von admin

Blick zurück nach vorn von Joschua

Joschua war 2017/18 mit uns für seinen freiwilligen Friedensdienst in Stettin und hat bei der Caritas gearbeitet. Hier berichtet er von seinen Erlebnissen. 

Winter zu Sommer

Mittlerweile ist der zehnte Monat meines Aufenthalts hier in Szczecin angebrochen. Nach dem Winter, der hier nicht übermäßig kalt, aber zwischen den Plattenbauten manchmal sehr grau war, merkt man nun, dass der Frühling kommt. So werden die zahlreichen Parks endlich wieder grün, die Abende heller und die Temperaturen steigen deutlich. Man kann wieder bis spät abends an der Oder-Promenade sitzen, ohne zu frieren, oder im Park den Grill anschmeißen. Auch auf der Arbeit steht nun alles im Zeichen des Frühlings, sei es bei Basteleien zu Ostern oder allgemein, dass man nun öfters Aktivitäten mit den Kindern im Freien unternehmen kann. Doch die warmen Tage zeigen auch, dass nicht mehr übermäßig viel Zeit hier in Polen bleibt. Und plötzlich will ich noch ganz viele Sachen machen, die eigentlich schon seit langer Zeit geplant waren.

Neue Orte – nah am Baltischen Meer

Endlich habe ich, als mich ein Schulfreund im März besuchte, das „Cafe22“ besucht, das uns von vielen Seiten ans Herz gelegt wurde. Dieses Café liegt, wie der Name schon verrät, im 22. Stock des (noch) höchsten Hochhauses von Szczecin. Von dort aus kann man eine einzigartige Panoramasicht auf ganz Szczecin genießen und dabei einen leckeren Kaffee trinken – wenn man noch ein Platz bekommt, denn gerade am Wochenende ist es dort extrem voll.

Ab April wurde es dann endlich spürbar wärmer und die Straßen füllten sich wieder mit Leben. Die hellen und warmen Abende laden dazu ein, lange draußen zu sein oder eine Runde Fußball zu spielen auf einem der vielen sehr gut gepflegten Kunstrasenplätze, die es überall in der Stadt gibt. Darüber bin ich persönlich besonders froh, da mir das Fußballspielen sehr gefehlt hat. Jetzt finden sich immer kleine Teams, mit denen man eine Runde kicken kann. Denn Teamsport ist – wie ich finde – immer noch der beste Weg, Menschen aus verschieden Ländern und Kulturen zusammenzubringen.

Einer der großen Vorteile, wenn man in Szczecin wohnt, ist die direkte Nähe zur Ostsee. In Zahlen heißt das: 1 ½ Stunden nach Świnoujście (auf Usedom) für gerade einmal 3,50€. Die Möglichkeit zu einem Ausflug ans Baltische Meer hatten meine Mitfreiwilligen Johannes, Hanna und Isabell schon im letzten August genutzt und auch dieses Jahr war ich bereits dort. Und wenn es an jenem Aprilwochenende noch zu kalt zum Schwimmen war, so stellte sich trotzdem Sommer- und Ferienlaune beim Waten durchs Wasser und dem ersten Picknick am Strand ein.

Weltkulturerbe und internationaler Dialog

Kurz bevor ich angefangen habe, diesen Text zu schreiben, war ich in Torun auf dem Zwischenseminar des EVS-Programms (European Voluntary Service, ERASMUS+). Auf dieses Seminar hatte ich mich schon seit längerem riesig gefreut, denn bereits das Anfangsseminar in Warschau war wirklich großartig. Was so toll ist an diesen Seminaren? Natürlich steht auch hier der Austausch zwischen den Freiwilligen und das Reflektieren der Erlebnisse und Erfahrungen im Vordergrund. Doch wirklich besonders ist, dass diese Reflektion in einem super-internationalen Rahmen geschieht. So waren wir in Torun mit Leuten aus zehn Nationen zusammen, von Spanien bis Weißrussland. Neben dem Seminar blieb aber auch genügend Zeit, die Stadt bei Tag und Nacht zu erkunden, und das lohnt sich wirklich in Torun! Die 200.000 Einwohner*innen große Stadt an der Weichsel hat nämlich einiges zu bieten. So findet man in der Studentenstadt nicht nur viele kleine Bars und Cafés, sondern auch eine Vielzahl großer und kleiner Museen vor der Kulisse der mittelalterlichen Altstadt. Torun ist von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg größtenteils verschont geblieben – und seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe.

Hast du auch Lust einen Freiwilligendienst in Stettin zu machen? Dann bewirb dich bei uns!